Geschichtlicher Hintergrund
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"Der erste Weinbauer" - diesen Titel hält bis zur heutigen Zeit ein reicher Mann, der ca. 6000 vor Christus in der Nähe von Damaskus gelebt hat. In seinem Grab wurde eine kleine Traubenpresse gefunden. Oder war es doch Osiris, der der Legende nach in Ägypten die Rebe eingeführt hat? Oder Saturn, der Begründer auf Kreta? Oder Bacchus in Indien?
Schon in der Bibel wird an ca. 500 Stellen vom Wein gesprochen und auch im Alten Rom wusste man schon von der berauschenden, aber auch hilfreichen Wirkung des Weines. Wein, verdünnt mit Wasser, war dort das Grundgetränk, das von den berauschenden Nebenwirkungen abgesehen, gleichzeitig das Wasser desinfizierte.
In der im Kloster Benediktbeuren wiederentdeckten und durch Carl Orff so bekannt gewordenen "Carmina burana", die zur römischen Vagantendichtung zu zählen ist, beichtet der Erzpoet:


Meum est propositum
In taberna mori
Ut sind vina proxima
Morientis ori
tunc cantabunt laetius
angelorum chori:
"sit Deus propitius
huic potatori."


frei übersetzt:
In der Tavern" zu sterben
Ist mir aufgegeben
Den Wein vor meinem Angesicht,
Laß ich gern mein Leben...
Fröhlich hebt der Engelschor
Im Himmel seine Becher:
"Sei, Gott, gnädiglich
Diesem braven Zecher!"

Das römische Kulturgut war es auch, mit dem der Wein bzw. der Weinanbau nach Deutschland und somit auch nach Franken kam.

In Gegensatz zu den so vielen noch erhaltenen Anekdoten, Legenden und geschichtlichen Daten rund um den Wein, z.B. aus Griechenland, Italien und auch Deutschland, sind die Anfänge des Weinbaus in Franken und speziell in Ipsheim relativ unklar. Erste urkundliche Nennungen über einen vorhandenen Weinbau im heutigen Mittelfranken erschienen im 8.Jahrhundert, und zwar über den Königshof Ickelheim und den Königshof Neustadt/Riedfeld. 914 wird in einer Urkunde der Weinbau im heutigen Ipsheimer Ortsteil Eichelberg erwähnt. Man nimmt an, dass auch in Ipsheim zu diesem Zeitpunkt schon Wein auf dem sogenannten "Schloßberg", unterhalb der Burg Hoheneck, angebaut wurde. Den ersten handfesten Beweis in Bezug auf Wein in Ipsheim liefert ein aus dem Jahre 1553 stammender Holzschnitt, der die Burg Hoheneck zeigt. Die darauf abgebildeten Hänge unterhalb der Burg sind sowohl im Süden als auch - im Kontrast zur heutigen Zeit - im Westen mit Weinbergen bepflanzt.

Holschnitt der Burg Hoheneck
Holzschnitt der Burg Hoheneck aus dem Jahre 1553, Quelle: [12], S.36


Aus dem Jahr 1898 ist nach W. Götz's "Weinberge im Landkreis Uffenheim" bekannt, dass es in Ipsheim nur noch 7 Weinberge gab:
"In der Lage Kesselberg waren dies die Bauern Ruhl, Döhler, Engel HsNr.81 und Herbolsheimer Georg; im Hohenecker Rangen die Bauern Flory, Ipsheim und Kreuzer, Oberndorf HsNr.24, und in der Höll Eckart, Ipsheim Hs.Nr.44" ([3],S.98).
Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert kam es nämlich mit der Erläuterung zu diesem Begriff Reblaus und der tückischen Pilzkrankheit Erläuterung zu diesem Begriff Peronospora, beide aus Amerika eingeschleppt, zu einem beträchtliche Rückschlag im gesamten deutschen Weinanbau. Dies betraf natürlich auch Ipsheim. Als Alternative zum Wein wurde Hopfen angebaut, für den man auch einen besseren Preis erzielte. Als dann jedoch in den 20er Jahren aufgrund staatlicher Verordnungen der Hopfenanbau in Ipsheim nicht mehr möglich war, ging es langsam aber sicher wieder aufwärts mit der Weinwirtschaft.
Im Herbst 1979 entschloss man sich zu einer Weinbergsflurbereinigung und so wurden alle Vorbereitungen in die Wege geleitet. Neben der Planung der späteren Weinberge mussten z.B. auch unzählige Ämter und Vereine ( z.B. Bayrischer Bauernverband, Wasserwirtschaftsamt, Bund Naturschutz, Oberforstdirektion Ansbach, etc. ) angeschrieben werden, um von diesen eine Genehmigung für das Vorhaben einzuholen. Ende 1982 stand der Plan dann fest und in den Jahren 1983/84 räumten die Vorbesitzer ihre Weinberge und die Erdbewegungen sowie der Wege- und Wasserbau wurden bewerkstelligt. Im Zuge der Flurbereinigung wurden die Weinberge an das Verkehrsnetz mit Wirtschaftswegen angebunden, Rebflächen mit einer Geländeneigung zwischen 20 und 45% geschaffen und diese mit reblausresistenten und standortgerechten Sorten bepflanzt. Durch drei Auffangbecken am Fuße der Weinberge wurde die Wasserrückhaltung verbessert. Ferner bezog man Biotope, Aussichtspunkte Sitzgelegenheiten und Rastplätze mit in die Planung ein. Seitdem im Jahre 1984 die Weinbergsflurbereinigung abgeschlossen wurde, rühmt sich Ipsheim mittlerweile bis weit über die Ortsgrenzen hinaus mit seinem "naturnahen Weinbau", mit erlesenen Tropfen der Erläuterung zu diesem Begriff Einzellage "Ipsheimer Burg Hoheneck" und geselligen Festen rund um den Wein.


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